Daten über Daten



In der heutigen Zeit können Kundendaten in Echtzeit gesammelt und analysiert werden. Mithilfe dieser Daten können sich Unternehmen schnell und effizient an die Kundenbedürfnisse anpassen. Jedoch findet dies in der Realität kaum Verwendung.

Nur ein Drittel der deutschen Unternehmer erkennen einen strategischen Vorteil für Ihren Geschäftsbereich durch den Gebrauch von umfangreichen Datenanalysen. Aber genauso viele Marketingentscheider, messen Big Data sogar gar keine Relevanz für ihre Unternehmensstrategie zu. Die restlichen 33 Prozent wagen sich noch an keine Bewertung der Bedeutung.

Trotz allem schreiben 71 Prozent der Befragten dem Thema „Big Data“ eine steigende strategische Bedeutung zu, die sich besonders auf die Weiterentwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle bemerkbar machen wird.

Peter Klingenburg, Geschäftsführer von T-Systems Multimedia Solutions, sagt dazu:

Es klingt paradox: Die Unternehmen wollen ihre Kunden immer besser kennenlernen und ihr Angebot auf die Kundenbedürfnisse zuschneiden, haben aber gleichzeitig keine vernünftige Big-Data-Strategie. Sie wissen nicht recht vor oder zurück, weil sie mit dem Thema Neuland betreten. Entsprechend können sie nur einen Bruchteil des vorhandenen Potentials aus den Daten ziehen. Verlassen sich Marketingverantwortliche nur auf ihr Bauchgefühl und nicht auf konkrete Daten, geraten Unternehmen schnell in die Lage, an Kundenwünsche vorbei zu agieren und vergeben wichtige Chancen in der Kundenbindung und Kundengewinnung.

Es hängt oftmals an der Auswertung der Daten

Die wichtigsten Vorteile von Big Data sehen die Befragten in der Analyse der Kundenbedürfnisse (85 Prozent), der Steigerung der Kundenzufriedenheit (75 Prozent) und der Verbesserung der Kundenbindung (64 Prozent). Jedoch wird nur rund ein Drittel der gesammelten Daten regelmäßig ausgewertet, davon nur 13 Prozent in Echtzeit.

Aktuell ist Big Data und deren Analyse bei etwas mehr als jedem zehnten Unternehmen in die Marketingstrategie integriert. Bereits rund 70 Prozent setzen sich zumindest mit dem Thema auseinander, im Mittelstand sind es hierbei jedoch nur rund 50 Prozent.

Ein Problem liegt darin oftmals, dass die Verantwortlichkeiten für Big Data nicht richtig geklärt sind: Fast jedes vierte Unternehmen hat keinen direkten Ansprechpartner für Big Data. Die Zuständigkeit liegt für die Befragten dabei bei unterschiedlichen Personen: 19 Prozent sehen sie beim IT-Chef, 15 Prozent beim Marketingleiter, 14 Prozent beim Vorstandsvorsitzenden oder bei anderen Führungskräften.

Diese Zahlen gehen aus einer Studie der Hochschule Reutlingen im Auftrag von T-Systems Multimedia Solutions zu Big Data hervor. Dabei wurden insgesamt 108 große und mittelständische Unternehmen aus 16 Branchen in Deutschland befragt.

Den kompletten Report können Sie sich unter http://www.big-data-report.de/ herunterladen.

Also muss es in Zukunft heißen: Nicht nur reden, sondern handeln. Solange Unternehmen Daten nicht sammeln und gezielt auswerten, ist das Potenzial von Big Data nicht richtig ausgeschöpft. Dann ist es auch völlig egal, dass Unternehmer Big Data eine hohe Bedeutung beimessen oder nicht.