Ein ganz fitter Wettbewerb

Jedes Jahr die alte Leier

Viele Unternehmen, die Sport und Fitness als ihr Kerngeschäft gewählt haben, schwingen pünktlich vor Neujahr und vor allem im Januar die Werbetrommel. Wieso? Nun ja, zu erstmal wegen dem Klassiker: Der Neujahrsvorsatz. Viele Menschen sind bekanntlich um Neujahr sehr empfänglich für ein zielgruppengerechtes Marketing. Die Werbespots mit dynamischen Bewegtbildern über Bodytransformation, dramatische Joggerszenen oder über den langwierigen Kampf zwischen Mensch und Maschine (z.B.: Crosstrainer) sollen beim Rezipienten eins wecken: den Entschluss loszulegen, etwas zu verändern und wie Daniel Aminati mit seinem Trainigsplan immer beteuert – sich endlich krass zu machen.

Schon mal sowas beobachtet?

Auch ich bin Mitglied in einem super Fitness Club in Saarbrücken, würde mich aber nicht als einer dieser wie ich es nenne „NeujahrsSportTouristen“ betiteln. Ihr wisst schon das ist die Sorte, die oft mit Sporttrackern, wie der neusten Ausgabe des Fitbits am Handgelenk und im Designer-Trainingsanzug, der farblich total auf alles abgestimmt wurde, die Geräte von Januar bis Mitte Februar besetzen 😉

Also ein Hoch auf die Pseudo-Sportler, die jedes Jahr um diese Zeit, von den Marketers in die Gyms und Muckibuden ihrer Stadt gelockt werden.

Der Köder muss dem Fisch, nicht dem Angler schmecken!

Schauen wir uns doch mal ein Beispiel aus dem Hause MC Fit an:

Info: Veröffentlicht am 26. Dezember 2013 😉

Der Clip enthält viele Elemente, die auf die Zielgruppe abgestimmt wurde. Zum Beispiel der beschriebene Kampf gegen seinen eigenen inneren „Schweinehund“ und dieses „Brennen“, das man fühlt, wenn man trainiert. Das hört sich an wie ein pathetisch geschriebenes Gedicht à la „rastlos tätig sein bedeutet am Leben sein“. Dir magische Formel der Kundengewinnung für Fitnessunternehmen lautet also: Neujahr und gute Wordings wie #machdichkrass #machdichwahr #bosstransformation um seine Zielgruppe abzuholen und zu aktivieren .

Wer mithalten will muss originell sein

Da diese beschriebene Werbeformel schon sowas wie ein all jähriges Spektakel ist, das wir alle schon mal passiv oder aktiv erlebt haben, ist es essentiell sich was neues einfallen zu lassen. Letztes Jahr um die 2015/16 Saison waren es die Fitbits, Applewatches und Jaybone’s die die Menschen zu mehr Sport bewegten. 2013/14 war die Saison der Werbespots und diese Saison 2016/17 ist es für mich Samsung.

Jetzt fragen sich einige von euch warum Samsung? Nun ja, die sind wirklich ein Blogbeitrag wert. Samsung hat leider noch stark zu kämpfen mit jüngst erworbenen Imageschäden durch die Rücklaufaktionen ihres Smartphone Samsung Galaxy 7. Ihr wisst schon, die mit der Akkuexplosion.

Jedenfalls was macht das Milliarden schwere asiatische Unternehmen dieses Jahr? Sie werfen ihren Kopf in den Ring der Sportwerbeproduzenten und promoten zur richtigen Zeit ihren Fitnesstracker (Samsung Gear). Der Clou dabei ist, dass Samsung sich von ihrer Kommunikation her einen richtig coolen, originellen Weg gewählt hat wieder ehrliche Werbung zu produzieren und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen.

Working Out Is Crazy

Mit dieser Kampagnenüberschrift geht Samsung in die Offensive für die Fittnesswerbesaison. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die immer beim Rezipienten den Sportsgeist wecken wollen, wählte Samsung für ihre Werbekampagne einen anderen Weg. Working Out is Crazy, der Name ist Programm. Entwickelt wurde die ganze Werbereihe von keiner geringeren Agentur als Wieden + Kennedy (Portland – USA). Mit viel Humor und der Inszenierung der Kehrseite des Sports, treibt das Kreativbüro ihren (kreativen) Unfug und setzt ihren Werbeclip in einen sehr amüsanten und dabei realistischen Kontext.

Crazy, Honey und Mannequin

Diese 3 Werbeclips wurden für den amerikanischen Markt produziert und sind schon jetzt ein kleiner viraler Hit, zumindest wird Sport aus einem neuen Blickwinkel betrachtet der meines Erachtens nach sehr originell ist.

Neben dem 60-sekündigen Hauptspot „Crazy“, in dem die Protagonisten während ihres Trainings im Fitnessstudio laut aussprechen, was sie da eigentlich gerade Verrücktes tun, um in Form zu kommen beziehungsweise zu bleiben, überzeugt das Kreativduo vor allem mit dem halb so langen „Honey“. In dem Commercial muss ein Mann zu dem perfekt gewählten Titelsong „Jeans On“ von David Dundas schmerzvoll erkennen, dass aller Anfang nun mal verdammt schwer ist – auch und gerade beim Laufen.

Honey

Last but not least Mannequin

Wir finden gelungenes, virales Marketing mit gutem Storytelling ist nicht zu toppen. Hut ab für meinen Gewinner der Fitnesswerbetrommel – Samsung.

Over and Out

Wir lesen bzw. sehen uns am Freitag wieder mit einer neuen Ausgabe von 10 Fragen in 60 Sekunden! . Einen schönen und natürlich sportlichen Tag wünsch ich euch. Bis Freitag.

Autor: Stefan Albrecht