Google’s Antwort auf Whatsapp: „Allo“

Nachdem Google in Bezug auf Kurzmitteilungsdienste eher hinten anstand, wird jetzt aufgeholt. „Allo“ heißt die neue Messaging-App des Suchmaschinenkonzerns. Zunächst ist „Allo“ für das Google-System Android und iOS von Apple erhältlich. Es enthält den neuen „Google Assistant“ und funktioniert mit künstlicher Intelligenz.

 

„Allo“ erstmal

„Allo“ ist bunt, verspielt und vor allem neugierig. Denn der Google-Messenger verlangt nach großzügigen Zugriffsberechtigungen: Kontakte, Nachrichten, GPS-Daten, Kamera, Fotos – alles. Nur so kann der Google Assistant voll funktionieren. Mit ihm kommuniziert man auch per Chat: Am Morgen teilt er das Wetter mit, tagsüber die anstehenden Termine und abends, wo man am besten noch was trinken gehen kann. Ob man nun eine Restaurantempfehlung oder eine bestimmte Reiseroute wissen möchte – der Assistant weiß es. Hierbei genügen schon Stichworte wie „Weather“, mit denen er etsprechend reagieren kann.

Allerdings kann der Nutzer zurzeit nur auf Englisch kommunizieren. Demnächst sollen weitere Sprachen folgen. Falls man ihn doch mal auf Deutsch anspricht gibt er eine freundliche Antwort:

„Entschuldigung, ich lerne gerade noch Deutsch, aber in der Zwischenzeit kann ich das auf Google für dich suchen.“.

Neben dem Google Assistant und den üblichen Funktionen wie das Senden von Emojis oder Stickern, arbeitet im Hintergrund eine künstliche Intelligenz (KI). Die soll dafür sorgen, dass die Kommunikation untereinander beschleunigt wird. So gibt sie nämlich in der Unterhaltung Vorschläge für mögliche passende Antworten.

Der Facebook Messenger und Whatsapp sind aktuell die Top-Favoriten unter den Chat-Apps. Sie zählen beide jeweils mehr als eine Milliarde Nutzer. Apple hat mit „iMessage“ eine SMS-Alternative, die allerdings nur auf Geräten des Konzerns verfügbar ist. Für das Betriebssystem Android gibt es seit 2013 „Google Hangouts“. Es ersetzte die Vorgänger „Google Talk“ und „Google+Messenger“. Allerdings konnte sich keiner dieser Dienste bei den Nutzern wirklich durchsetzen. Doch mit „Allo“ will Google jetzt aufholen. Vor kurzem startete auch die Videochat-App „Duo“. Beim persönlichen Assistenten von „Allo“ will Google mit seinen vielen Zugriffsmöglichkeiten auf lokale Geschäfte oder Reiseverbindungen sowie dem Wissen über die Welt punkten.

Wissen ist Macht

Bereits kurz nach der Veröffentlichung meldete sich NSA-Whistleblower und Sicherheitsexperte Edward Snowden kritisch zu Wort. Er warnte auf Twitter ausdrücklich vor der Benutzung der Software, da der Google Assistant alles mitlese und analysiere. Darüber hinaus können bei Bedarf auch NSA und Co. auf die Inhalte zugreifen. Er erklärte in mehreren Tweets welche Probleme er und die Nutzer mit der App haben sollten. ‚Heute als Gratis-Download: Google Mail, Google Maps und Google Überwachung. Das ist Allo. Benutzt nicht Allo.‘ – um nur eine seiner Aussagen zu erwähnen.

Google is watching you

Da bisher noch kein anderer Messenger in der Lage war sich gegen Whatsapp durchzusetzen, ist davon auszugehen, dass auch „Allo“ eher schlechte Chancen hat. Sicher am Anfang ist er neu und was neu ist, ist meistens interessant. Aber denkt nur mal an PokémonGo! Falls es überhaupt einen ersten Hype um die App geben sollte, so wird er sich vermutlich nicht lange halten. Auch durch Facebook und Whatsapp geben wir schon genug Daten preis, da brauchen die Menschen sicher nicht NOCH eine App, die Ihre Privatsphäre durchleuchtet.

 

Autor: Laura Pellens