Ich mache Werbung – Holt mich da rein!

Jeder kennt es, ob er will oder nicht: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“, gemeinhin auch bekannt als Dschungelcamp. Die RTL strahlte die Reality Show im Jahr 2004 ihre erste Staffel aus. Und dieses Jahr geht sie mit der elften Staffel ins Rennen.

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Erst Flop, dann Top!

 

Was die Zuschauer und Medien damals noch geringschätzten, ist heute ein Hit. Das ist natürlich auch den Werbekunden nicht entgangen. Für die Vermarktungsgesellschaft IP Deutschland ist das Format so gut wie zum Selbstläufer geworden. Der Sender erwartete für den Start am letzten Freitag einen neuen Bestwert. Passend zur elften Staffel konnte IP in diesem Jahr elf neue Sonderwerbepartner gewinnen.

 

Grün ist die Farbe des Ge…büschs

 

2015 war für das Dschungelcamp ein eher schwächeres Jahr. Dafür kehrte es 2016 zum Jubiläum wieder erfolgreich zurück:  von 7,1 Millionen Gesamtzuschauern holte RTL in der Zielgruppe 14 bis 49 Jahre durchschnittlich einen Marktanteil von 41 Prozent! Kein Wunder, dass bei dieser Reichweite auch das Marketing wieder angestiegen ist. Geschäftsführer von IP Deutschland Matthias Dang sagt: „Der riesige Zuschauererfolg von „Ich bin ein Star“ spiegelt sich in jedem Jahr auch in der Werbeauslastung wider. Wir sind sicher, dass wir den Vorjahreswert nochmal toppen werden“.

 

Das sind Big Player

 

Ähnlich wie im Vorjahr sind die Top-Branchen Ernährung, Büro, EDV und Kommunikation, Verkehrsmittel und Einrichtung sowie Körperpflege und Touristik.

 

Vermarktung 2017

 

Laut Lars-Eric Mann, der Verkaufsdirektor Solutions bei IP Deutschland, sei das Dschungelcamp „seit vielen Jahren der deutsche Super Bowl der Sonderwerbeformen“ – Ein recht vermessener Vergleich, sind doch die Super Bowl Werbespots legendär und praktisch kleine Blockbuster. Aber das lassen wir jetzt mal so dahin gestellt.
Bahlsen, McDonald’s, Momondo, RaboDirect und Manhattan sind die üblichen Verdächtigen, sprich die Bestandkunden. Sie haben dadurch ein Erstzugriffsrecht. Neuzugänge sind Opel, Seat, Rewe, Tri Top, Weight Watchers und Lieferando. Müller-Milch ist der einzige Kunde, der seine Sonderwerbeform aus dem letzten Jahr nicht wiederholt. D.h. in dieser Staffel sehen wir kein Chamäleon im Safari-Outfit, dass die Marke Froop bewirbt. Was aber eine Rückkehr im Jahr 2018 nicht ausschließt

 

Und was kostet der Spaß?

 

Für einen 30-sekündigen Spot müssen Werbungstreibende zwischen 78.300 und 126.600 Euro brutto hinblättern. Zum besseren Verständnis: 2004 bei der ersten Staffelbewegte sich diese Spanne noch in einem  vergleichsweise niedrigen Bereich von 10.880 bis 32.400 Euro brutto.
Laut BILD.de machte RTL bei der Folge am Sonntag (15.01.2017)  Einnahmen von 4,7 Millionen Euro. Wobei „nur“ 1,9 Millionen Euro auf Produktionskosten bzw. Lizenzgebühren entfallen. Von den über 6 Millionen Zuschauern hängen die Werbekosten ab, die RTL verlangen kann – die Rechnung geht wohl auf!

 

Autor: Laura Pellens