Social Media Trends für das kommende Jahr…

Wie hat das Web 2.0 und Social Media unsere bisherigen Medien beeinflusst, verändert oder gar verdrängt? Ein kleiner Blick auf die Chancen, Probleme & Risiken für Unternehmer und private Blogger im Jahr 2017.

Bloggen, posten, liken, sharen und snapn‘. Durch das Aufkommen der sogenannten Web 2.0 Technologien ist es der breiten Masse möglich jederzeit und überall, etwas von sich, mit dem Social Web zu teilen. Früher schrieben wir noch in Poesiealben, schrieben  Karten per Luftpost aus fernen Ländern oder suchten Brieffreunde durch Zeitungsinserate. Man muss sich nicht lange fragen wie sich die Kommunikation der Menschen durch Social Media änderte. Eher, wie wurde dabei unsere Ausdrucksform geändert bzw. beeinflusst? Videos zum Beispiel werden durch die Bewegtbilder ganzheitlich wahrgenommen, daher ist es doch einfacher unsere Emotionen oder den neuen Sportwagen per Snapchat-Video mit unseren Followern zu teilen.

Der Trend ist ganz klar: weniger schreiben, mehr Action durch Bewegtbild. Daher genießen Snapchat und Instagram mehr Beliebtheit bei den Usern als je zuvor. Festhaltend können wir sagen, dass auch die Entwicklung des Web 2.0 unsere mediatisierte Gesellschaft und die verbundene Mediennutzung förderte. Früher sprachen wir noch von Medienkonzentration der Massenmedien, die die tonangebende Instanz waren. Durch Instrumente wie Schweigespirale wurde der  Gesellschaft ein journalistischer Filter aufgedrückt. Im Zeitalter der Massenmedien werden diese dominanten Medien immer mehr zurückgedrängt und verlieren an Einfluss. Informationen wie RSS-Feeds von Nachrichtenseiten oder Ähnlichen werden per Newsletter verschickt und immer mehr Menschen greifen zur individualisierten Zeitung als zum haptischen Morgenblatt beim Kaffee. Von dieser fortschreitenden Entwicklung profitieren vor allem Unternehmen die unter anderem selbst RSS-Feeds anbieten.

 

1.Individualisierte & ausdifferenzierte Ansprache von Zielgruppen

Social Media ermöglicht den Unternehmen ihre Zielgruppe direkt mit interessantem Content zu bespielen. Dieser Content, der durch Cookie-basierte Datenerhebung auf den Rezipienten zugeschnitten wurde, spricht direkt seine Interessen an. Zur Folge hat dies, dass sich die Communities, insbesondere auf Facebook, in kleinere Teilpublika aufsplitten.
„Reifende Gesellschaften neigen zur Individualisierung, weil immer spezifischere Bedürfnisse befriedigt werden und immer kleinere Nischen auf Tragfähigkeit getestet werden. Saturierung fördert Vereinzelung“ (Rau, Harald – 2007)².

Die Prognosen für das Jahr 2017 besagen, dass besonders lokale Inhalte an Relevanz gewinnen werden. Der User möchte daher auf ihn zugeschnittene Informationen und Inhalte aus seiner Region konsumieren.

 

2.Die Probleme der Programmierung der Social Media Unternehmen: LOST CONTENT (das geographische Problem)

Jedes Social Media Unternehmen arbeitet mit unterschiedlichen Parametern. Die Algorithmen und Einstellungen werden genutzt, um individuell zugeschnittenen Content an ihre User zu verbreiten. Wenn ich nach modischen Jogginghosen für meinen Lieblingsplatz auf der Couch, die Versandhäuser des Internets durchforste, geschieht es oft, dass mir bei Facebook die Werbeanzeigen mit den eben kürzlich gesuchten Hosen wieder angezeigt werden. Wie gesagt, jedes Social Media Unternehmen bedient einen anderen Algorithmus. Das Problem dabei ist, dass alle Informationen über uns, z.B durch Cookies beim „googeln“, von den Algorithmen verwendet werden, um uns mit individualisiertem Content zu beliefern.

Ein weiteres Problem ist, welche Informationen wir wann zu sehen bekommen. Dies hängt davon ab, wo sich der Nutzer im geographischen Raum befindet. Zum Beispiel sind Facebook Algorithmen in Deutschland anders als in Amerika aufgrund von Gesetzeslagen, wie z.B das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung von 2006. Abhängig davon, ob ich mich gerade in Amerika oder Deutschland befinde, beliefert mich der Algorithmus mit anderem Content.

Das Trendproblem für 2017 wird es sein, alle potentiellen User einer bestimmten Community zu erreichen – egal, ob sie sich in Deutschland oder Amerika befinden. Mal sehen, was sich die Programmierer von Social Media Unternehmen dafür einfallen lassen werden.

 

3.Social Media wird weiterhin wachsen

Die Prognosen und Meinungen der Experten über Social Media sind ganz klar: „Social-Media-Nutzung wird auch in den künftigen Jahren zunehmen“. Die digitale Durchdringung unserer mediatisierten Gesellschaft ist nicht aufzuhalten. Klar, als Mensch mit Ende Zwanzig, schüttelt man schon etwas den Kopf, wenn man Kleinkinder mit ihren Eltern in der Innenstadt beobachtet, die selbst mit ihren 5, 6, 7 Jahren schon ein besseres Smartphone als man selbst besitzen. Aber gut, das bedeutet auch digitaler Wandel. Die Mediennutzung wird ansteigen, vor allem in den Sozialen Medien. Prognostiziert bis 2020 ist, dass 60,5% der Internetnutzer und fast 50% der Bevölkerung mindestens einmal im Monat ein soziales Netzwerk aufsuchen. Von unserem eigenen sozialen Umfeld, Freunde, Familie und Co. ausgehend, wissen wir eigentlich, dass es bestimmt mehr als einmal im Monat sein wird, aber so sind die Statistiken.

Die Chance für Unternehmer ist daher mehr Präsenz im Social Web einzunehmen. Outbound-Marketing, Social Media Monitoring und Social Media Unternehmensseiten sind die Keywords auf die sich Unternehmen, die eine mögliche Zielgruppe im Social Web erreichen wollen, einstellen bzw. etablieren müssen.

 

 

Weitere 3 Top Social Media Trends die uns auch 2017 begleiten werden, posten wir am Freitag.

Bis dann 🙂

 

Autor: Stefan Albrecht

 


² Quelle: Rau, Harald (2007): Qualität in einer Ökonomie der Publizistik. 1. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden.