Youtube vs. GEMA

Es ist vollbracht! Nach sieben Jahren schleppender Verhandlungen haben sich Youtube und die Verwaltungsgesellschaft GEMA einigen können. Endlich erzielten die beiden Parteien im Streit um Copyrights eine Lösung.

Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar

Wer kennt das nicht: man möchte sich ein Musikvideo auf Youtube ansehen, aber als man auf Play klickt erscheint die enttäuschende Botschaft: Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar. Das war gestern! Im wahrsten Sinne des Wortes. Seit gestern haben sich Youtube und GEMA  in einem Lizenzvertrag geeinigt. Youtube zahlt nun eine Vergütung an die GEMA. D.h. die Nutzer haben jetzt Zugang zu Musikclips, die vorher gesperrt waren. Das betrifft alle Videos der rund 70.000 Musikurheber und Verleger, die von der GEMA vertreten werden. Durch diesen Vertrag werden die Künstler, die von der GEMA im Ausland vertritt nun auch für das Abspielen der Videos auf Youtube bezahlt. Beide Parteien schweigen über die Höhe  des Beitrags, der an die GEMA fließt. Im Gegenzug werde die GEMA den Bezahldienst „Youtube Red“ bei seiner Einführung in Europa unterstützen. In den USA ist  „Youtube Red“ bereits gestartet.

 

Völlig von der Bild(schirm)fläche werden die Sperrtafeln allerding nicht verschwinden. Wenn ein Künstler oder eine Plattenfirma kein Mitglied bei der GEMA ist und andere Rechte geltend macht, wird die Hiobsbotschaft beispielsweise trotzdem erscheinen.

 

„Der Vertragsabschluss mit Youtube ist ein deutliches Signal an alle Online-Plattformen, die ihr Geschäftsmodell mit der Kreativität der Musikschaffenden erfolgreich aufbauen. Die Urheber müssen für die Nutzung ihrer Musikwerke angemessen vergütet werden. Dafür wird sich die GEMA auch weiterhin aktiv einsetzen“, so Thomas Theune, Direktor Sendung und Online bei der GEMA.

 

Für Youtube ist dieser Vertrag „ein bedeutender Schritt zur Stärkung des Online-Musikmarkts in Deutschland“. Denn er ermöglicht die Eröffnung weltweiten Vertriebs und damit auch Umsatz. Zum einen haben die Nutzer nun den Zugang zu Musikinhalten, die vorher gesperrt waren. Auf der anderen Seite haben die Künstler nun die bessere Chance sich zu vermarkten.

 

Wir sagen jedenfalls Danke, dass wir endlich unsere Lieblings-Musikvideos in ihrer vollen Pracht genießen dürfen!

Als besonders sehenswert ( 😉 ) finden wir:

 

Autor: mbs